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Pressemitteilungen

Baulicher Schutz von UNESCO-Weltkulturerbe

18. April 2019

  • Rokoko-Juwel Wieskirche hat hochkomplexes  Brandschutzkonzept
  • Unterirdische Technikzentrale mit automatischer Löschanlage
  • Wassersprühnebel schützt kostbares Fresko im Brandfall

 

„Die Bilder von Notre-Dame haben sich tief in unser Gedächtnis gebrannt und hinterlassen in unserem Herzen einen tiefen Schnitt“, sagte Bayerns Bauminister Hans Reichhart heute zu dem schrecklichen Brandereignis in Paris. Für ein Brandereignis in der Wieskirche im oberbayerischen Steingaden, die seit 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, hat die Staatsbauverwaltung längst vorgesorgt. „Die Wieskirche hat ein hochkomplexes Brandschutzkonzept. Eine unterirdische Technikzentrale versorgt in kürzester Zeit die automatische Feuerlöschanlage im Dachraum der Kirche und im Kirchturm. Wir sind also bestens gerüstet“, sagte Reichhart heute.

Die Wieskirche zählt zu den schönsten Rokokokirchen Süddeutschlands. Was die topographische Lage der Kirche – isoliert auf der grünen Wiese –  so einzigartig macht, ist zugleich auch ein Manko für die Feuerwehr: Der Weg, den die Feuerwehrfahrzeuge aus den benachbarten größeren Orten Füssen und Schongau auf sich nehmen müssen, ist lang. Das war mitunter ein Grund für die Staatsbauverwaltung, den Brandschutz vor Ort speziell für diesen Fall nachzurüsten. Das Staatliche Bauamt Weilheim hat deshalb von 2009 bis 2013 einen hochkomplexen baulichen Brandschutz nachgerüstet.

Zur Unterbringung der Löschanlagenzentrale wurde nördlich der Kirche eigens ein unterirdisches Technikgebäude errichtet. Um den für die Deckenmalerei so gefährlichen Wassereintrag zu minimieren, hat das Bauamt die automatischen Löschanlagen als Hochdruck-Wassernebelanlage ausgeführt. Der Nebel schützt die Malerei. Eine komplette Zerstörung kann so vermieden werden. Eine alternative Ausführung mit einem gasförmigen Löschmittel (CO2) war nicht möglich, da das alte Denkmal nicht dicht genug ist. Eine besondere Herausforderung vor Ort war auch der fehlende Strom. Da für die Wieskirche elektrische Energie nur eingeschränkt zur Verfügung steht, wurde eine Löschtechnik mit Energieeigenversorgung durch eine Pumpe mit Druckgas als Antrieb ausgeführt. Insgesamt hat die Baumaßnahme knapp 2,7 Millionen Euro gekostet. Für den Bauminister ist das Geld gut investiert. Reichhart: „Die Wieskirche mit ihrem einzigartigen Rokokostuck ist nicht nur ein wichtiges Baudenkmal sondern ein Teil unserer bayerischen Identität.“

Die Rokokokirche wurde von 1745 bis 1754 von Dominikus Zimmermann erbaut. Das Rokokojuwel steht auf einer Anhöhe im Ortsteil Wies der Gemeinde Steingaden. Weltbekannt ist das Deckenfresko im Zusammenspiel mit der Raumschale von Johann Baptist Zimmermann, Bruder des Erbauers. Diese Ausstattung ist in besonderem Maße schützenswert.

Bayern zählt zu den reichsten Kulturlandschaften Europas und besitzt unter den Ländern Deutschlands die meisten Denkmäler. Die Staatsbauverwaltung betreut in Bayern rund 700 kirchliche Gebäude, also insbesondere Kirchen und Klöster sowie die acht bayerischen Dome. Rund 150 sind davon staatseigene Gebäude, wie etwa der Regensburger Dom. Insgesamt investiert  der Freistaat Bayern jährlich etwa 25 Millionen Euro für den Erhalt und die Renovierung von Kirchengebäuden.

Weitere Informationen und Bilder zu dem Bauprojekt finden Sie hier:

www.stmb.bayern.de/assets/stmi/projektdatenbank/iia1_staatlicherhochbau_bauprojekte_stbawm_wieskirche_steingaden.pdf

Pressemitteilung auf der Seite des Herausgebers



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