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Pressemitteilungen

Digitalministerin Gerlach gibt Nominierungen für den 31. Bayerischen Fernsehpreis bekannt

17. April 2019

Digitalministerin Judith Gerlach hat heute die Namen der Nominierten für die besten Schauspielerinnen und Schauspieler für den Bayerischen Fernsehpreis 2019 bekannt gegeben. Gerlach: „Hochwertige Fernsehfilme sind ein Premiumprodukt. Gerade in Zeiten, in denen sich das klassische Fernsehen neuen Herausforderungen gegen­über­sieht. Das ist insbesondere auch das Verdienst der herausragenden Schauspielerinnen und Schauspieler, die bei der Preisverleihung für ihre Leistungen geehrt werden. Schon allein die Nominierungen versprechen einen unterhaltsamen und emotionalen Abend mit vielen beeindruckenden Persönlichkeiten und spannenden Fernsehfilmen. Der Bayerische Fernsehpreis hat in seiner mehr als 30-jährigen Geschichte nichts an Faszination eingebüßt. Dass die Jury aus einer Vielzahl von Vorschlägen auswählen konnte, ist ein Beleg dafür, dass das Fernsehen auch heute noch ein passender Ort für überzeugende Stoffe und herausragende schauspielerische Leistungen ist – trotz Streaming und anderer Unterhaltungs­angebote. Bayern unterstützt die Produktion von Filmen und Serien für das Fernsehen wie kein anderes Land und deswegen freue ich mich besonders, dass wir beim Fernsehpreis 2019 die Branche bei uns zu Gast in München haben.“

Der seit 1989 verliehene Bayerische Fernsehpreis ist eine der renommiertesten und begehrtesten Auszeichnungen im deutschen Fernsehen. Vergeben werden die Blauen Panther in fünf Kategorien, nämlich für Informationsprogramme, Fernsehfilme, Serien und Reihen, Unterhaltungsprogramme sowie für Kultur und Bildungsprogramme.

Die Preisverleihung findet am 24. Mai 2019 um 19 Uhr im Prinzregententheater in München statt. BR Fernsehen überträgt die feierliche Gala ab 20.15 Uhr.

Die Träger des Ehrenpreises des Bayerischen Ministerpräsidenten und des Nachwuchsförderpreises der LfA Förderbank Bayern sowie die Akkreditierungshinweise werden mit gesonderten Pressemitteilungen bekannt gegeben.

Folgende Schauspielerinnen und Schauspieler wurden von der Jury für den 30. Bayerischen Fernsehpreis in den Kategorien „Fernsehfilme“ und „Serien und Reihen“ nominiert.

Nominiert als beste Schauspielerin:
Neshe Demir
Für ihre Rolle in „Das deutsche Kind“ (NDR/ARD)
Begründung der Jury:
Sehra Balta und ihr Mann Cem, ein angehender Iman, sollen die Tochter ihrer Freundin Nathalie zu sich nehmen. Das ist Nathalies testamentarischer Wille, nach dem sie tödlich verunglückt ist! Ein christliches Mädchen in einer muslimischen Familie: Diese Frage stellt Sehra und ihren Mann vor dramatische Herausforderungen.
Neshe Demir spielt Sehra als feinfühlige emotional offene Frau, die sich auch schwierigen Herausforderungen stellt. Dass sie ihren muslimischen Glauben lebt und in der Öffentlichkeit Kopftuch trägt, überrascht höchstens am Anfang dieses herausragenden Fernsehfilms. Sehras Haltung gegenüber den Großeltern ihrer Pflegetochter Pia oder vor Gericht zeigt eine selbstbewusste Frau, die auch in ihrer Ehe weiß, was und wie sie leben will. Wir sehen keine üblichen Klischees über eine türkischstämmige Frau, sondern dürfen mit ihr in ihre teilweise auch wider­sprüch­lichen Gefühle, ausgelöst durch dramatische Ereignisse, eintauchen, die wir dank dieses beeindruckend intensiven Spiels von Neshe Demir in jeder Filmminute für wahrhaftig halten.

Alwara Höfels
Für ihre Rolle in „Keiner schiebt uns weg“ (WDR/ARD)
Begründung der Jury:
„Keiner schiebt uns weg“ spielt Ende der 70er Jahre in Gelsenkirchen und erzählt vom Kampf um gleiche Bezahlung für Männer und Frauen als mitreißende Sozial-Komödie. Im Mittelpunkt des Films steht Lilli, Arbeiterin in einem Fotolabor und zwei-fache Mutter, die sich nicht mehr alles gefallen lassen will. Mit großem Temperament, Ruhrpott-Charme und Schlagfertigkeit verkörpert Alwara Höfels die Heldin des Films, die, trotz der Dreifachbelastung durch Beruf, Haushalt und Kinder den Arbeitkampf beginnt, der ihr alles abverlangt und sie an ihre Grenzen bringt. Wie Lillis Leben komplett auf den Kopf gestellt wird, zeichnet Alwara Höfels mit großer Schau­spiel­kunst in allen Facetten nach. Sie verleiht ihrer Figur Kampfgeist, Mut und Humor, gestaltet aber auch die leisen Momente, die von Unsicherheit und Angst geprägt sind, intensiv und wahrhaftig. So schafft es Alwara Höfels, trotz eines eigentlich spröden Themas den Zuschauer auf eindrucksvolle Weise zu berühren und zu unterhalten.

Anna Schudt
Für ihre Rolle in „Aufbruch in die Freiheit“ (ZDF)
Begründung der Jury:
Emotional und mitreißend erzählt „Aufbruch in die Freiheit“ die Geschichte einer Frau zu Beginn der 70er Jahre, die nur knapp eine heimliche Abtreibung überlebt und es schließlich gegen alle Widerstände wagt, aus der Enge der Provinz auszubrechen, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Anna Schudt gelingt es, mit ihrer Darstellung der Erika Gerlach von der ersten bis zur letzten Minute zu fesseln. Virtuos gestaltet sie die breite Gefühlsskala, die der Film ihrer Rolle abverlangt. Anna Schudt vermag in den Momenten, wo Schmerz und Einsamkeit aus Erika Gerlach herausbrechen, genauso zu überzeugen wie in den Szenen, wo sich die Figur, zwischen Mut und Unsicherheit schwankend, an die neue Freiheit herantastet. Sie verleiht dem Emanzipationsprozess, den der Film zum Thema hat, Würde und Authentizität und erschafft die Stimme einer Frau, die selten im Fernsehen gehört wird. Dass es dem Film gelingt, eine Brücke in die Gegenwart zu bauen, ist maßgeblich auch der großartigen schauspielerischen Leistung von Anna Schudt zu verdanken.

Nominiert als bester Schauspieler:
Jan Josef Liefers
Für seine Rolle in „Arthurs Gesetz“ (TNT)
Begründung der Jury:
Was auch immer schief gehen kann, geht auch schief. Und zwar gründlich. Das ist Arthurs Gesetz. In der gleichlautenden schwarzen Komödie versucht der 50-jährige Arthur Ahnepol, dargestellt von Jan Josef Liefers, sein Leben irgendwie auf die Reihe zu kriegen. Das ist aber gar nicht so einfach oder eigentlich unmöglich. Just mit seinem 50. Geburtstag beginnt eine Reihe von Ereignissen, die Arthurs Gesetz eindeutig unter Beweis stellen. Jan Josef Liefers zeigt in dieser Serie die ganze Bandbreite, aber auch die Tiefe seines schauspielerischen Könnens. Obwohl man diesen naiven Arthur einfach ins Herz schließen muss, verzweifelt man doch angesichts seiner Un­be­hol­fen­heit und Unfähigkeit, den Widrigkeiten des Lebens irgendetwas entgegenzusetzen. Dabei spielt Liefers in einer ruhigen Zartheit, die den Zuschauer lange nicht loslässt, weil er dem von ihm mit größter Liebenswürdigkeit verkörperten Arthur nur das Beste wünscht. Wäre da nicht Arthurs Gesetz.

Murathan Muslu
Für seine Rolle in „Das deutsche Kind“ (ARD)
Begründung der Jury:
Cem Balta hat als angehender Imam in Hannover klare Vorstellungen für sich, seine Familie und über seine Zukunft. Als die beste Freundin seiner Frau Sehra tödlich verunglückt, möchte sie dem Wunsch ihrer Freundin folgen und deren Tochter Pia in ihre Familie aufnehmen. Cem hat große Bedenken, ein christliches Kind aufzunehmen. Und er scheint recht zu haben, denn die Situation eskaliert.

Murathan Muslu spielt Cem mit ergreifender Intensität, der seine wachsende Verzweiflung in einem inneren Kampf zu unterdrücken versucht. Obwohl er seine Familie liebt, und auch Pia ein verständnisvoller Pflegevater sein will, kann er diese Rolle nicht durchhalten und trifft eine folgenschwere Entscheidung. Murathan Muslu verkörpert als Cem überzeugend einen Suchenden, der seine neue Sicht auf das Leben auch als Verständigung versteht und uns das Gefühl vermittelt, es kann gut werden – auch wenn wir nicht dieselbe Religion, denselben Glauben oder die gleichen Ansichten teilen müssen.

Nicholas Ofczarek
Für seine Rolle in „Der Pass“ (Sky)
Begründung der Jury:
Nicholas Ofczarek in „Der Pass“ ist eine Naturgewalt. Klug und lässig zugleich, ohne Schnörkel und mit beeindruckender Präzision bringt er dem Zuschauer die Figur des Gedeon Winter Stück für Stück näher. Die Wandlung vom gefallenen, lebensmüden Kriminalen zum energetischen und ehrenhaften Partner entfaltet einen faszinieren-den Sog und mündet in tiefer Empathie für den Charakter. Den Verfehlungen seiner Figur tritt Ofczarek mal mit spielerischer Leichtigkeit, mal mit melancholischem Tief-gang entgegen. Immer mit offenem Visier und großer Menschlichkeit.

Seine pure Präsenz, seine Spielwut und seine bestechende Uneitelkeit lassen es keine Sekunde zu, dass sich der Zuschauer einem Nicholas Ofczarek entziehen kann.

Pressemitteilung auf der Seite des Herausgebers



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